Wenn die Realität des Schlachtfelds nicht länger verborgen bleiben kann
Geraten Truppen an der Front unter Druck, malen politische Führungen in der Heimat gerne ein völlig anderes Bild. Zweckgebundene Propaganda hat jedoch nur eine begrenzte Haltbarkeit. Irgendwann erreicht der menschliche Preis eines Konflikts ein Ausmaß, das sich schlicht nicht mehr ignorieren lässt. Die neuesten Daten von der Frontlinie zeichnen nun ein verheerendes Bild, mit dem die russische Führung umzugehen hat.
Eine schwindelerregende Bilanz auf dem Schlachtfeld
Die russische Armee auf ukrainischem Territorium hat soeben einen weiteren tragischen Meilenstein überschritten. Allein im vergangenen Monat verlor Moskau 42.860 Soldaten.
Diese erschreckende Zahl stellt die höchsten monatlichen Verluste seit Beginn der groß angelegten Offensive Anfang 2022 dar. Ein dramatischer Sprung – besonders wenn man bedenkt, dass die Zahl der ausgeschalteten Kämpfer im Februar noch knapp über 26.000 lag.
Die ukrainische Führung auf höchster Ebene verweist sogar auf noch bestürzendere Zahlen. Gesamtschätzungen zufolge haben die Invasionstruppen seit Kriegsbeginn fast 700.000 Opfer erlitten, wobei die Gesamtverluste auf bis zu 1,6 Millionen ansteigen könnten.
Der verzweifelte Versuch, die Wahrheit zu verschleiern
Militärstrategen und Analysten warnen, dass der russische Präsident erhebliche Anstrengungen unternimmt, um diese katastrophalen Misserfolge zu verbergen. Dem Kreml wird vorgeworfen, mit allen Mitteln zu versuchen, zu verschleiern, wie schleppend langsam seine Einheiten auf dem Boden vorankommen.
Um die nüchterne Realität zu kaschieren, setzt das russische Kommando auf eine massive Aufblähung der eigenen Geländegewinne. Staatliche Propagandakanäle rühmen sich zunehmend der Einnahme zahlreicher völlig unbedeutender Ortschaften.
Kriegsexperten ordnen diese Siegesmeldungen allerdings rasch ein. Ihrer Analyse zufolge führt Moskau einen sogenannten kognitiven Krieg. Das vorrangige Ziel besteht darin, die eigene Bevölkerung zu täuschen und die astronomischen menschlichen Verluste der Offensive schlicht zu leugnen.
Die Absicht dieser Informationskampagne liegt auf der Hand. Die russische Führung versucht, eine trügerische Illusion eines unaufhaltsamen Vorstoßes an allen Fronten zu konstruieren – und gleichzeitig den Eindruck zu erwecken, die ukrainische Verteidigung breche zusammen und westliche Verbündete sollten ihre Unterstützung als verlorene Sache aufgeben.
Ein Vormarsch im Schneckentempo
Die tatsächliche Lage an der Front gleicht eher einem vollständigen Einfrieren. Die Invasionsarmee zahlt einen immer höheren und blutigeren Tribut, ohne dass dies zu einer spürbaren Beschleunigung des Gesamtvormarschs führt.
Die tatsächlichen täglichen Geländegewinne belaufen sich auf gerade einmal etwas mehr als 18 Quadratkilometer. Das entspricht einem kaum wahrnehmbaren Vorrücken. Ausländische Analysten stellen nüchtern fest, dass die Soldaten auf der Karte mit einer Geschwindigkeit vorankommen, die nicht höher ist als normales menschliches Schritttempo.
Diese aggressive Medienkampagne soll gewöhnliche Bürger davon überzeugen, dass die astronomischen Menschenverluste letztendlich das Opfer wert seien. Doch diese Erzählung lässt sich mit der Zeit immer schwerer verkaufen. Das derzeitige träge Vormarschtempo ist nämlich weit davon entfernt, was Moskau tatsächlich bräuchte, um die ukrainischen Verteidigungslinien noch vor Jahresende zu durchbrechen.










