Ein amerikanisches Startup verlangt von Bewerbern eine dauerhafte Geste
Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte amerikanische Startup Lemonlime hat ein Personalauswahlverfahren ins Leben gerufen, das so ungewöhnlich wie umstritten ist. Bewerbern wurde ein direkter Zugang zur nächsten Gesprächsrunde angeboten – unter einer einzigen Bedingung: Sie sollten sich das Firmenlogo dauerhaft auf den Körper tätowieren lassen.
Bei einem kürzlich stattgefundenen Networking-Event nahmen tatsächlich sieben Personen die Herausforderung an. Obwohl die Aktion als vollkommen freiwillig präsentiert wurde, ließ die öffentliche Reaktion nicht lange auf sich warten.
Sofortige Kritik von Experten und der Öffentlichkeit
Personalexperten und Kritiker rissen die Kampagne ohne Umschweife in Stücke. Eine Welle der Empörung brach aus über das, was viele als offensichtlichen Missbrauch des Machtgefälles zwischen Arbeitgeber und verzweifeltem Bewerber bezeichneten. Eine dauerhafte Körperveränderung mit der bloßen Chance auf einen Arbeitsplatz zu verknüpfen, wurde von vielen als zutiefst unethisch eingestuft.
Mehrere Beobachter wiesen darauf hin, dass derartige Praktiken gezielt die Verletzlichkeit von Menschen ausnutzen, die auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven und selektiven Arbeitsmarkt dringend eine Stelle suchen.
CEO Jordan Zietz entschuldigt sich öffentlich
Überwältigt von der Kritik sah sich der Gründer und Geschäftsführer von Lemonlime, Jordan Zietz, gezwungen, schnell zu handeln. Auf seinem Profil in einem beruflichen sozialen Netzwerk räumte er öffentlich ein, die gesamte Situation schlecht gehandhabt zu haben, und erkannte seinen schwerwiegenden Fehler an. In seiner Stellungnahme erklärte er, den enormen psychologischen Druck, unter dem die Bewerber in diesem Moment stehen konnten, überhaupt nicht bedacht zu haben.
Das Unternehmen vollzog daraufhin eine vollständige Kehrtwende. Es entschuldigte sich bei allen beteiligten Teilnehmern und verpflichtete sich, die gesamten Kosten für die professionelle Entfernung der Tätowierungen zu übernehmen.
Eine extreme Recruiting-Kampagne wird zum spektakulären Misserfolg
In der modernen Geschäftswelt gibt es durchaus Fälle, in denen Marken versucht haben, durch Schockaktionen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch die Kombination aus einer dauerhaften Körperveränderung und dem Versprechen einer begehrten Arbeitsstelle hat diese Initiative aus den denkbar schlechtesten Gründen zu einer viralen Geschichte gemacht.
Das Unternehmen bemüht sich nun um Schadensbegrenzung und die Übernahme der vollen Verantwortung für das Geschehene. Eine Entscheidung steht noch offen: Es liegt allein bei den sieben Bewerbern, ob sie das Tattoo als ungewöhnliche Firmenerinnerung behalten oder die von Lemonlime angebotene Kostenübernahme nutzen möchten, um es endgültig auf Kosten des Unternehmens entfernen zu lassen.










