Eine zweite Chance im Streaming-Bereich
Die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten bekommt eine neue Gelegenheit in der Welt der Streaming-Plattformen. Bereits im kommenden Herbst soll auf Amazon Prime eine bislang unveröffentlichte Dokumentarserie ihr Debüt feiern — mit dem erklärten Ziel, noch nie gezeigte Einblicke in das Privatleben von Melania Trump zu gewähren.
Die Nachricht überrascht nicht wenige, denn sie kommt kurz nach dem spektakulären Misserfolg des vorherigen Films über die Frau des amerikanischen Präsidenten — ein Projekt, das von vernichtender Kritik und katastrophalen Einspielergebnissen überrollt wurde. Enthüllt wurde der neue Plan von ihrem persönlichen Berater Marc Beckman.
Ein völlig anderes Projekt — zumindest dem Anspruch nach
Laut Marc Beckman soll es sich um ein TV-Erlebnis handeln, das sich grundlegend vom Vorgänger unterscheidet. Die Serie verspricht exklusive Einblicke in den Alltag und die wohltätigen Aktivitäten der First Lady während der zweiten Amtszeit ihres Mannes.
Beckman zeigte sich überzeugt davon, dass diese Produktion eine Seite von Melania Trump zeigen werde, die die Welt bisher noch nicht kenne — ein ambitioniertes Versprechen, das sich in den kommenden Monaten beweisen muss.
Millionen investiert, schmerzhafte Verluste eingefahren
Die Entscheidung, erneut auf dieses Thema zu setzen, mag angesichts der Zahlen des Vorgängerdokumentarfilms verwundern. Jener Film trug schlicht den Titel Melania und zeichnete die zwanzig Tage nach, die der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus vorausgingen.
Die Erwartungen waren enorm — die Realität erwies sich als gnadenlos. Der Film stieß bei der Kritik auf Unverständnis und zog kaum zahlende Zuschauer in die Kinos. Die Finanzzahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Für die Vertriebsrechte des ersten Films wurden 40 Millionen Dollar ausgegeben, dazu kamen weitere 35 Millionen Dollar, die ausschließlich für die weltweite Vermarktung bestimmt waren. Trotz eines Gesamtbudgets von über 75 Millionen Dollar spielte der Film weltweit lediglich 16,6 Millionen Dollar ein.
Für die Familie selbst entpuppte sich das Projekt allerdings keineswegs als finanzielles Desaster. Die der First Lady direkt zuzurechnende Produktionsfirma kassierte über den Lizenzvertrag mehr als 10,7 Millionen Dollar an Nettoeinnahmen.
Schatten der Vergangenheit und ethische Fragen
Der ursprüngliche Dokumentarfilm sorgte nicht nur wegen der enormen finanziellen Verluste für Aufsehen, sondern entfachte auch eine heftige politische Debatte auf nationaler Ebene. Mehrere Kongressabgeordnete äußerten Zweifel daran, ob die beteiligten Geldflüsse möglicherweise gegen strenge bundesrechtliche Vorschriften zu Korruption und Interessenkonflikten verstoßen könnten.
Jeff Bezos, der Gründer des Technologieriesen, verteidigte die Höhe der Investition dennoch entschieden und bezeichnete sie wiederholt als pragmatische, datengestützte Geschäftsentscheidung. Außerdem versicherte er der Öffentlichkeit, dass die Aktivitäten seines Unternehmens keinerlei verborgene parteipolitische oder politische Hintergedanken verfolgen.
Das umstrittene Comeback von Brett Ratner
Ein eigenes Kapitel verdient die Wahl des Regisseurs. Die Regie des vorherigen Dokumentarfilms übernahm Brett Ratner — sein erstes großes Comeback in der Filmindustrie nach Jahren erzwungener Abwesenheit. Diese Pause war durch schwerwiegende Vorwürfe sexueller Belästigung und Übergriffe entstanden, die mehrere Frauen gegen ihn erhoben hatten — darunter die bekannte Hollywood-Schauspielerin Olivia Munn.
Was uns in den kommenden Monaten erwartet
Ob die neue Herbstserie die Fehler ihres Vorgängers vermeiden kann, werden wir bald erfahren. Ein genaues Premierendatum wurde noch nicht bekanntgegeben — und auch die Hauptdarstellerin selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu ihrem ambitionierten TV-Comeback geäußert.










