Der Winter naht: Was die ersten Saisonmodelle verraten
Auch wenn die langen Sommertage langsam verblassen und die warmen Erinnerungen noch frisch sind, richtet sich der Blick bereits auf die kommende Kälte. Der Herbst ist noch in vollem Gange – und doch brennt eine Frage vielen unter den Nägeln.
Was erwartet uns in diesem Winter? Müssen wir die dicksten Jacken aus dem Schrank holen, oder wird die Saison milder ausfallen als gewohnt?
Langfristige Wetterprognosen sind naturgemäß eine enorme Herausforderung. Dennoch nehmen die ersten meteorologischen Langzeitmodelle bereits konkrete Formen an und geben eine grobe Richtung vor, was uns in den Wintermonaten erwartet.
El Niño wird die entscheidende Rolle spielen
Alles deutet darauf hin, dass sich dieser Winter deutlich von den vergangenen Saisons abheben wird. Die atmosphärischen Strömungen über Europa werden maßgeblich von globalen Klimaphänomenen beeinflusst.
Die schweren Wintermäntel könnten dieses Jahr länger an der Garderobe hängen als üblich. Aus den ersten Analysen geht klar hervor, dass der Großteil Europas höchstwahrscheinlich einen eher milden Winter erleben wird.
Der zentrale Treiber hinter dieser Erwärmung ist das Klimaphänomen El Niño. Es bildet sich derzeit im Pazifischen Ozean und soll den Prognosen zufolge in den kommenden Monaten eine ungewöhnliche Intensität erreichen. Historische Daten belegen eindeutig, dass vergleichbare Situationen auf dem europäischen Kontinent fast immer zu überdurchschnittlich warmen Bedingungen geführt haben.
Mehr Feuchtigkeit und deutliche regionale Unterschiede beim Schnee
Die neuesten Vorhersagemodelle stimmen darin überein, dass die Temperaturen im Zeitraum von Dezember bis Februar in weiten Teilen Europas im Schnitt ein bis zwei Grad Celsius über dem historischen Durchschnitt liegen dürften.
Das bedeutet nicht, dass Frost völlig ausbleiben wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass mildere Phasen deutlich häufiger auftreten werden als lang anhaltende, intensive Kältewellen.
Darüber hinaus verdichten sich die Hinweise auf eine Saison mit überdurchschnittlichen Niederschlägen. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit wird sich vor allem in einem breiten Streifen von Spanien bis zu den Alpen sowie in den Regionen rund um das Schwarze Meer bemerkbar machen – dort sind ergiebige Regenfälle und nennenswerte Schneefälle zu erwarten.
Was den Schnee im Besonderen betrifft, werden die regionalen Unterschiede in Europa sehr ausgeprägt sein:
- Weniger Schnee als üblich: Betroffen sind vor allem der westliche und südliche Teil des Kontinents sowie die westlichen Gebiete Skandinaviens.
- Ergiebige Schneefälle: Im Gegensatz dazu können sich Osteuropa und bestimmte Bereiche des Alpenraums auf deutlich überdurchschnittliche Schneemengen einstellen.
Erste Prognosen mit Vorsicht zu genießen
Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass sich die Langzeitmodelle noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Bis der Winter wirklich Einzug hält, bleibt noch Zeit – und die globale Atmosphärenzirkulation kann sich jederzeit unerwartet verändern.
Diese ersten Projektionen sind daher als grobe Orientierung für einen möglichen Trend zu verstehen, keinesfalls aber als unfehlbare Wettervorhersage für die kommenden Monate.










