Ein Wahlkampf unter dem Schatten wachsender Gewalt
Die Wahlen 2026 finden in einem Klima zunehmender Besorgnis um die Sicherheit politischer Kandidaten statt. Gewalt drängt sich wieder in den amerikanischen Alltag – selbst traditionsreiche öffentliche Veranstaltungen werden zu potenziellen Gefahrenherden. An einem Sonntagnachmittag im Nordosten Ohios hat diese Spannung einen neuen, erschreckenden Höhepunkt erreicht.
Gegen 14:30 Uhr bahnte sich ein 38-jähriger Mann aus der Stadt Canfield gewaltsam seinen Weg durch die Menge zum Stand der Demokratischen Partei im Bezirk Mahoning. Sein Ziel war Amy Acton, demokratische Kandidatin für das Amt der Gouverneurin, die zur Canfield Fair erschienen war. Noch bevor ihn Beamte der Ohio State Highway Patrol stoppen konnten, riss er zwei Personen zu Boden.
Schusswaffen, Schlagring und Taser: Das beschlagnahmte Arsenal
Bei der Festnahme fanden Sheriffbeamte beim Angreifer, der als Patrick Havas identifiziert wurde, eine beunruhigende Sammlung an Waffen. Er führte zwei Schusswaffen, einen Schlagring und einen Elektroschocker bei sich. Die Behörden bestätigten jedoch, dass keine der Waffen während des Vorfalls gezogen wurde.
Amy Acton, von Beruf Ärztin und ehemalige Direktorin des Gesundheitsministeriums von Ohio, blieb unverletzt. Bemerkenswert besonnen, blieb sie vor Ort und leistete einer der zu Boden gefallenen Personen persönlich erste Hilfe.
Der bewaffnete Mann mit dem Smartphone in der Hand
Der Angreifer wurde unverzüglich in das Gefängnis des Bezirks Mahoning gebracht. Derzeit wird ihm schwere Störung der öffentlichen Ordnung sowie zweifache Körperverletzung vorgeworfen. Sheriffbeamte berichteten, dass der Mann zunächst das Parteizelt betreten und begonnen hatte, die Kandidatin mit seinem Mobiltelefon zu filmen, bevor er sich gewaltsam in die Menge stürzte.
Aus verfügbaren Informationen geht hervor, dass Patrick Havas als Wähler der Republikanischen Partei registriert und ausgebildeter Krankenpfleger ist. Zuletzt hatte er bei den Wahlen 2024 abgestimmt. Sein Vorstrafenregister umfasst einige Verkehrsverstöße aus den Jahren 2008 und 2011 sowie eine Verurteilung wegen Ruhestörung im Jahr 2008, nachdem er in einem Supermarkt beim Diebstahl von drei Filmen erwischt worden war. Das Gericht verhängte damals eine Bewährungsstrafe von dreißig Tagen.
Gouverneur bezeichnet den Vorfall als absolut inakzeptabel
Der amtierende republikanische Gouverneur Mike DeWine, dessen Amtszeit offiziell im Januar endet, reagierte mit deutlichen Worten auf den Vorfall. Er erklärte, er und seine Familie seien zutiefst dankbar, dass die Kandidatin unverletzt geblieben sei. Ohne jeden Zweifel stellte er klar, dass Gewalt oder Gewaltandrohungen bei öffentlichen Veranstaltungen unter keinen Umständen toleriert werden können. Der Fall liege nun in den Händen der Justiz, die eine gründliche Untersuchung versprochen habe.
Das Wahlkampfteam von Amy Acton reagierte entschlossen und versicherte, dass die Kandidatin ihre Wahlkampfaktivitäten ohne Zögern fortsetzen werde. Vertreter ihres Teams betonten, dass jede Form von Aggression in Ohio keinen Platz habe und dass Acton sich niemals von Chaos und Hass aufhalten lassen werde.
Ein entscheidendes Duell um ein Schlüsselamt
Im Herbst wird sich Amy Acton mit dem bekannten republikanischen Unternehmer Vivek Ramaswamy um den freigewordenen Gouverneursposten messen. Dieses Duell wird bereits mit großer Aufmerksamkeit im ganzen Land verfolgt, denn es gilt als einer der bedeutendsten politischen Wettbewerbe des Landes. Beide großen Parteien investieren enorme finanzielle Mittel in den Wahlkampf.
Ohio hat sich in den vergangenen Jahren auf Bundesebene zunehmend in Richtung der Republikaner verschoben, doch die großen Industriezentren verfügen nach wie vor über eine starke und treue demokratische Wählerbasis. Wer diesen strategisch wichtigen Bundesstaat künftig regieren wird, entscheidet sich am Dienstag, dem 3. November 2026.










