Die Benutzeroberfläche kehrt zum klassischen Geist der Heroes-Reihe zurück
Die mit Spannung erwartete PC-Strategie Heroes of Might & Magic: Olden Era wird vor dem Start des Early Access grundlegend überarbeitet. Studio Unfrozen hat das Feedback aus der Testdemo sorgfältig ausgewertet und beschlossen, das Spiel in mehreren Bereichen von Grund auf neu zu gestalten. Spieler können sich auf ein nostalgisch geprägtes Interface, großzügigere Schlachtfelder, eine übersichtlichere Karte und zahlreiche Detailverbesserungen freuen, die das Spieltempo spürbar erhöhen.
Einer der häufigsten Kritikpunkte während der Testphase war die Benutzeroberfläche selbst. Vielen Fans wirkte das Design zu karg und steril-modern im Vergleich zu den legendären älteren Teilen der Serie. Die Entwickler haben daraufhin umgehend einen teilweisen Neugestaltungsprozess gestartet.
Das überarbeitete Erscheinungsbild von Menüs und Panels soll wärmer und vertrauter wirken, ohne dabei die Bedienbarkeit zu beeinträchtigen. Die Änderungen zielen vor allem auf die richtige Atmosphäre und maximale Übersichtlichkeit ab. Die Bildschirme erhalten reichhaltigere Verzierungen und Farbtöne, die an die goldene Ära von Heroes II und III erinnern. Rahmen und Icons werden schärfer und grafisch besser vom restlichen Inhalt abgegrenzt.
Die Entwickler betonen jedoch, dass dies noch nicht die endgültige Fassung ist. Die visuelle Seite soll während der gesamten Early-Access-Phase kontinuierlich angepasst werden – auf Basis gesammelter Daten und der Rückmeldungen der Community.
Größere Schlachtfelder eröffnen echte taktische Möglichkeiten
Auch das eigentliche Kampfgeschehen wird einer deutlichen Verwandlung unterzogen. Die Tests zeigten, dass die Arenen zu beengt waren, was zu schnellen und unüberlegten frontalen Zusammenstößen der Armeen führte. Dieses Format schränkte die strategischen Möglichkeiten erheblich ein, besonders beim Manövrieren mit langsameren Einheiten oder Bogenschützen.
In der kommenden Version wird das Spielfeld daher sichtbar vergrößert. Umgebungen und Hintergründe erhalten zudem mehr Tiefe und Details, sodass Schlachten nicht mehr flach und beengt wirken. Der größere Abstand zwischen den feindlichen Armeen eröffnet wieder Raum für beliebte Taktiken – Blockieren, das Anlocken von Gegnern, den cleveren Einsatz schneller Einheiten und einen durchdachteren Schutz verwundbarer Fernkämpfer.
Neu hinzu kommt außerdem die Möglichkeit, die Kamera mitten im Kampf heranzuzoomen. So erhält man nicht nur einen besseren Blick auf aufwendige Animationen und Effekte, sondern kann auch tatsächliche Abstände und potenzielle Bedrohungen auf dem Schlachtfeld leichter einschätzen.
Das System der globalen Zauber wird komplett überarbeitet
Der ursprüngliche Mechanismus der globalen Zauber – mächtige Magie, die die gesamte Karte beeinflusst – sorgte in der Demo für unnötige Verwirrung. Versteckte Bedingungen, unklare Kosten und wenig informative Panels warfen bei den Spielern viele Fragen auf.
Das Team von Unfrozen hat sich daher entschieden, dieses Element von Grund auf neu zu gestalten. Künftig werden die Städte sogenannte Astrologiepunkte produzieren, die automatisch in eine Ressource namens Insight umgewandelt werden. Genau diese dient zum Freischalten verheerender flächendeckender Zaubersprüche.
- Städte erzeugen Astrologiepunkte.
- Astrologie wird laufend in die magische Ressource Insight umgewandelt.
- Angesammeltes Insight dient zur Aktivierung mächtiger globaler Zauber.
- Jeder Zauber hat nun völlig transparente Kosten und klar definierte Wirkbedingungen.
Das überarbeitete Menü zeigt jetzt auf einen Blick, wie viel magische Ressource man besitzt, wie hoch die Produktion pro Runde ist und welche neuen Zauber bereits in Reichweite liegen. Die Entwickler sind überzeugt, dass dieses System das Verständnis der Spielmechaniken erleichtert und gleichzeitig das zukünftige Balancing übermächtiger Fähigkeiten vereinfacht.
Die Abenteuerkarte wird übersichtlicher gestaltet
Für Strategiefans gibt es kaum etwas Frustrierenderes, als wenn sie ein interaktives Objekt nicht von einer bloßen Kulissendekoration unterscheiden können. In Olden Era war dieses Problem recht ausgeprägt – manche Objekte sahen verlockend aus, waren aber nicht anklickbar, während wichtige Elemente im belebten Hintergrund untergingen.
Das Studio bringt daher eine vielfältige Auswahl an Werkzeugen für eine einfachere Orientierung im Gelände:
- Die Farbintensität des Kartenhintergrunds lässt sich teilweise oder vollständig dämpfen (auf 0, 50 oder 100 Prozent), damit Schlüsselobjekte klar hervorstechen.
- Felder, die eine Interaktion erlauben, leuchten beim Darüberfahren mit dem Cursor automatisch auf.
- Es wurden separate Hervorhebungsoptionen für eigene Helden, feindliche Anführer, neutrale Kreaturen und bereits besuchte Orte hinzugefügt.
- Der Kamerawinkel in Schlachten lässt sich individuell anpassen, um die beste Übersicht zu gewährleisten.
Auch Freunde von Tastenkombinationen kommen auf ihre Kosten. Sämtliche Schnellwahlen lassen sich nun einfach nach eigenen Vorlieben umbelegen, und es wurden neue Shortcuts für die häufigsten Aktionen eingeführt. Die Entwickler sind überzeugt, dass dies sowohl Gelegenheitsspieler als auch erfahrene Strategen erfreuen wird.
Kleine Anpassungen, die das Spieltempo grundlegend verändern
Neben den wesentlichen visuellen Änderungen haben sich die Entwickler auch auf scheinbar unsichtbare Verbesserungen konzentriert, deren Wert man erst nach vielen Stunden in der Kampagne wirklich zu schätzen weiß. Genau solche Komfort-Updates entscheiden oft darüber, ob man das Spiel beiseitezulegt oder doch noch eine Runde dranhängt.
Eine ganze Reihe cleverer Details soll unnötige Klicks und Verzögerungen spürbar reduzieren. Die Liste der Anpassungen ist beachtlich und umfasst unter anderem folgende Neuerungen:
- Neue visuelle Effekte bei Objekten auf der Weltkarte beleben die Landschaft und verbessern ihre Lesbarkeit.
- Ausführlichere Informationspanels zu feindlichen Einheiten helfen dabei, besser abzuwägen, ob man sich auf eine Schlacht einlassen sollte.
- Neue Markierungen und Icons auf der Minikarte beschleunigen das Auffinden wichtiger Standorte.
- Es wurden detailliertere Tooltips zu Fähigkeiten und Statistiken hinzugefügt, die Einsteigern die Orientierung erleichtern.
- Die Bedingungen zum Freischalten von Heldenspezialisierungen werden nun deutlich klarer kommuniziert.
- Ein Knopf zum sofortigen Beenden einer bereits entschiedenen Schlacht wurde eingebaut.
- Zwischen manuellem und automatischem Kampf kann nun problemlos während des Gefechts gewechselt werden.
Besonders die letzte Funktion wird in späteren Spielphasen unverzichtbar sein. Man startet die automatische Auswertung einer Schlacht, und wenn sich die Lage nicht wie gewünscht entwickelt, übernimmt man jederzeit persönlich das Kommando über die Armee.
Early Access verzögert sich, bringt aber reichhaltigeren Inhalt
Dieses rundenbasierte Strategiespiel für den PC entsteht unter dem Dach der offiziellen Might & Magic-Lizenz. Die Entwickler machen keinen Hehl daraus, dass sie sich bei der Entwicklung stark vom Erbe des kultigen dritten Teils inspirieren lassen, den Fans bis heute als unangefochtenen Maßstab des gesamten Genres betrachten.
Zum Start des Early Access sollen sechs spielbare Fraktionen, das erste Kapitel der Story-Kampagne und selbstverständlich alle oben beschriebenen Verbesserungen zur Verfügung stehen. Ein genaues Startdatum wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. Das Release wurde bereits mehrfach verschoben, und die Entwickler selbst erklärten, einen neuen Termin erst dann zu kommunizieren, wenn sie sich ihrer Entscheidung hundertprozentig sicher sind.
Was Veteranen und absolute Neulinge erwartet
Erfahrenen Strategen werden die neuen Regeln wie Musik in den Ohren klingen. Weitläufige Schlachtfelder eröffnen Raum für klassische Tricks mit Bogenschützen und beweglichen Einheiten oder für das Errichten undurchdringlicher Wälle aus langsamen Schwergepanzerten.
Die überarbeitete Magie bringt zudem ein Element der Langzeitplanung ins Spiel. Da die Ressourcen für globale Zauber direkt von den eigenen Städten erzeugt werden, wird die Entwicklung der Siedlungen zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Man kann sich gut vorstellen, eine Metropole rein auf Wirtschaft und Magie auszurichten, während eine andere Siedlung ausschließlich als Militärstützpunkt dient.
Wer bislang noch keine Berührungspunkte mit der Heroes-Welt hatte, findet in Olden Era einen idealen Einstieg. Der Fokus auf übersichtliche Umgebungen, klare Icons und allgegenwärtige Erklärungen stellt sicher, dass man auch die komplexesten Spielprinzipien ganz natürlich verinnerlicht.
Warum diese Änderungen so entscheidend sind
In langen Strategiekampagnen fällt jedes noch so kleine Detail ins Gewicht. Ein verlorenes Icon, ein überflüssiger Klick oder die Notwendigkeit, eine längst entschiedene Schlacht manuell zu Ende zu spielen, können das Spielerlebnis gehörig vermiesen. Genau diese kleinen Frustrationen bringen Spieler dazu, einen Titel nach wenigen Wochen für immer beiseitezulegen.
Das Team von Unfrozen ist sich dessen vollkommen bewusst und beseitigt diese Hürden aktiv. Ihr Ziel ist es, ein Werk zu schaffen, in das man gerne Dutzende Stunden der eigenen Freizeit investiert. Für Liebhaber komplexer Spielwelten sind genau diese feinen Nuancen der entscheidende Unterschied zwischen einem Spiel, das man nach wenigen Abenden deinstalliert, und einer Legende, die jahrelang auf der Festplatte bleibt.










